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Vorankündigung:
06.November 2010, HNO-Klinik der
Universitätskliniken Mainz,
Langenbeckstr. 1, 55161 Mainz; Gebäude 102,
Kleiner Hörsaal
Autoimmunerkrankungen mit Auswirkungen auf das
Innenohr und andere
Organsysteme – unter besonderer Berücksichtigung
des Cogan-I-Syndroms
Organisation: Cogan-I-Syndrom-Selbsthilfe
Deutschland e. V.
Info u. Anmeldung: Ute Jung, Wilhelmstraße 45,
56584 Anhausen
Tel.: 02639/323; Fax: 02639/961734;
ute.jung@cogan-syndrom.com
Ablauf und
Anmeldeunterlagen
HIER abrufbar.
"Rare Disease
Day 2010“ - Symposium in Hannover am 26.02.2010
Info-Flyer
HIER
abrufbar ... und das Anmeldeformular
HIER
Zeitschrift "Alles für die Frau", 12.12.2009
"Innerhalb eines Jahres verlor ich mein Gehör"
Autor und Fotos: Andrea Bünte
HIER
geht es weiter .....
05.12.2009, Mainz; HNO-Klinikum
Das Cogan-I-Syndrom - 1.
Informationsveranstaltung der CSS Deutschland
e.V.
Rückblick (Beitrag von Frau Anton)
HIER
abrufbar.
Beitrag von Frau Professor Dr. A. Keilmann: Das
Cogan-I-Syndrom - eine seltene
Autoimmunerkrankung ...
HIER abrufbar
Rhein-Zeitung (Neuwied) vom 30.11.2009
Ute Jung ist als erste Gehörlose zur
Schulleiterin berufen worden.
Autor und Fotos: Angela Göbler
HIER geht es weiter .....
Rhein-Zeitung (Neuwied) vom
27.08.2009
Theaterspaß mit Hörgerät dank Ringleitung
–
Mirko
Kaiser
HIER geht
es weiter ..... (670 kb)
Allgemeine Zeitung (Bad Kreuznach) vom
18.08.2009
Gottesdienst auch für Gehörlose gestalten
–
Isabel
Mittler
HIER geht
es weiter .....
Interpretation meines Beitrags „Ich kämpfte
weiter, ich gab nicht auf …“
(in Anlehnung an den Text in der Zeitschrift
„Schnecke – Leben mit Cochlea-Implantat“)
während des Projektes der Universität
Koblenz-Landau „Labyrinthe der Krankheit und
Heilung“. Text und Interpretation sind
HIER
abrufbar.
Rhein-Zeitung vom 02. Januar 2004
Jeder Ton ist ein Geschenk –
Doris Ruch
2.01.2004
Eine seltene Krankheit raubte Ute Jung
plötzlich das Gehör - Dank Cochlear Implantat
kann die Westerwälderin wieder hören. Das
Gespräch mit Freunden, das Zwitschern der Vögel
im Garten und das Schnurren der Katze auf ihrem
Schoß - für Ute Jung sind all diese Geräusche
ein Geschenk. Denn fast über Nacht wurde die
Lehrerin aus dem Westerwald taub. Erst ein
Implantat hat es ihr möglich gemacht, wieder am
"normalen Leben" teilzunehmen. Doch zuvor hat
die 42-Jährige schmerzlich erfahren, was völlige
Stille bedeutet.
ANHAUSEN. Eigentlich war es ein Tag wie
jeder andere. Und selbst als Ute Jung nach dem
Aufstehen mit Übelkeit, Gleichgewichtsstörungen,
Kopf- und Nackenschmerzen
zu kämpfen hatte, dachte sie zunächst an eine
harmlose Magen- und Darmgrippe.
Niemals hätte die heute 42-Jährige geglaubt,
dass sie ein knappes Jahr später völlig taub
sein würde. Doch dieser Freitagmorgen im
September 2000 veränderte das
Leben der Lehrerin aus Anhausen (Kreis Neuwied)
völlig.
Nach vier Tagen ging es ihr noch immer nicht
besser. Im Gegenteil: Nun waren auch noch
Ohrenschmerzen und ein Tinnitus hinzu gekommen.
Außerdem konnte Ute Jung auf dem linken Ohr
deutlich weniger hören. Sie kam ins Krankenhaus,
wurde mit Medikamenten behandelt. Was ihr
fehlte, konnte jedoch niemand genau sagen.
Und das sollte für Monate so bleiben. Angst und
Verzweiflung.
18 Tage nach der Ankunft in der Klinik folgte
der Schock: Ute Jung war auf dem linken Ohr
taub. "Damals war ich zum ersten Mal
verzweifelt." Und sie hatte Angst.
Denn die Schwindelattacken tauchten immer wieder
auf. Der Gleichgewichstssinn
blieb gestört - und eines Morgens spürte sie den
Schmerz auch im rechten Ohr.
Ihren Beruf konnte sie ohnehin nicht mehr
ausüben. Stattdessen wanderte die Westerwälderin
von Arzt zu Arzt, ließ alle möglichen
Behandlungen über sich ergehen, ohne dass ihr
jemand sagen konnte, unter welcher Krankheit sie
eigentlich litt.
"Manche Ärzte haben mich wohl einfach für
überspannt gehalten", erinnert sie sich
und lächelt dabei. Doch noch immer ist spürbar,
wie sehr sie darunter gelitten hat,
nicht nur krank zu sein, sondern auch noch für
"verrückt" gehalten zu werden.
Im Sommer 2001 ging es Ute Jung besser. Zwar
waren die Beschwerden nicht völlig verschwunden,
aber sie wollte nach den Ferien wieder arbeiten.
Doch es kam anders. Ein neuer Krankheitsschub
brachte nicht nur Schwindel und Übelkeit zurück,
sondern auch starke Schmerzen im rechten Ohr.
"Mein Mann und ich wussten sofort, dass es ernst
war." Aber die Ärzte rieten zum Abwarten. Ute
Jung fügte sich - bis zu dem Moment, in dem sie
plötzlich das Zirpen der Grillen vor dem
geöffneten Schlafzimmerfenster nicht mehr hören
konnte.
Jungs wandten sich an die Uniklinik Mainz. Bei
Professor Wolf Mann fanden sie nicht nur
Verständnis. Er und seine Kollegen kamen dem
Übel schließlich auf die Spur:
Ute Jung leidet am Cogan-Syndrom, einer seltenen
Autoimmunerkrankung, die vor
allem - aber nicht nur - das Gehör betrifft.
Retten konnten die Mediziner das rechte Ohr
jedoch nicht. Ein knappes Jahr nach ihrem ersten
Anfall war Ute Jung taub.
Obwohl sie dies in den Wochen zuvor hatte kommen
sehen, war der völlige Verlust ihres Gehörs für
die 42-Jährige ein Schock. "Es war einfach
schrecklich. Ich saß wie unter einer Glasglocke,
von allen anderen Menschen abgeschnitten.
Wenn man taub ist, dann lebt man tatsächlich in
einer anderen Welt."
Doch diese vier Monate, in denen die
Westerwälderin von jedem Geräusch abgeschnitten
war, sind ihr nicht als verlorene Zeit in
Erinnerung geblieben.
"Ich habe sehr wichtige Erfahrungen gemacht. So
weiß ich heute zum Beispiel,
wie abhängig wir vom Telefon sind: Es klingelt
und wir lassen alles stehen und liegen." Und sie
hat viel über Menschen gelernt - über die, die
bereit sind Rücksicht zu nehmen, und über die
anderen.
Dass sie heute wieder hören kann, das hat Ute
Jung ihrem Lebensmut zu verdanken - und der
Technik: Die Ärzte in Mainz pflanzten Ute Jung
ein Cochlea-Implantat (CI) ins linke Ohr. Die
winzige Prothese, die ihr unter die Kopfhaut
gesetzt wurde, übernimmt
die Funktion ihres Innenohrs. (Siehe Kasten)
Neues Lebensglück
Für Ute Jung war das kleine technische
Wunderwerk das schönste Geschenk, das sie je
erhalten hat. Es hat ihr einen wichtigen Teil
ihres Lebens zurückgegeben, erklärt sie
lächelnd. Auch wenn natürlich längst nicht alles
so ist wie damals, vor jenem Freitag im
September 2000. Ihre Krankheit ist nicht
geheilt, hin und wieder muss sie neue Schübe
erleiden. Und was ihr Gehör betrifft, ist sie in
vielen Situationen noch immer auf die
Rücksichtnahme anderer Menschen angewiesen.
"Krach kann ich nur schwer ertragen. Bei Musik
erkenne ich zwar den Rhythmus, aber die Melodie
klingt nicht harmonisch. Und wenn mehrere Leute
gleichzeitig reden, fällt es mir schwer, Stimmen
und Geräusche auseinander zu halten." Nicht
jeder hat dafür Verständnis. Das ist vielleicht
die traurigste Erfahrung, die Ute Jung gemacht
hat.
Doch die Lehrerin entdeckt auch Positives in
ihrem Schicksal. Dass sie heute viel genauer
auswählt, was sie sich im Fernsehen anschaut,
gehört dazu. "Zuhören ist für mich sehr
anstrengend. Diese kostbaren Momente will ich
nicht mit dummem Geschwätz vergeuden." Auch
beruflich hat Ute Jung einen wichtigen
Entschluss gefasst: Sie geht noch mal zur Uni
und lässt sich zur Hörgeschädigtenpädagogin
ausbilden, will Kindern helfen, die nicht oder
kaum hören können.
Vor allem ist es wichtig, sagt sie, den Mädchen
und Jungen zu einem gesunden Selbstbewusstsein
zu verhelfen. Nur der eigene Lebensmut weist den
Betroffenen schließlich den Weg aus Stille und
Isolation. Wenn sie es schafft, anderen Menschen
in dieser schwierigen Situation zu helfen, dann,
sagt Ute Jung, haben auch die sorgenvoll
durchwachten Nächte und die vielen Momente
unendlicher Einsamkeit,
die sie seit dem Ausbruch ihrer Krankheit erlebt
hat, einen Sinn gehabt.
Doris Ruch.
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